Julius Evola

HEIDNISCHER IMPERIALISMUS

Wir heidnischen Imperialisten


Der Kreis schliet sich, und dasjenige, was ein antiker Mythos - erst iranisch, bevor er jdisch wurde - in der apokalyptischen Bezeichnung des "Jngsten Gerichtes" gibt, drngt sich uns auf: die Scheidung der "Auserwhlten" von denen, die am Ende der "Welt", d.h. unserer Welt, unserer Kultur, umkommen werden.
Wir rufen auf zu einer entschlossenen, bedingungslosen, integralen Rckkehr zur nordisch-heidnischen Tradition. Wir machen Schlu mit jedem Kompromi, jeder Schwche, jeder Nachsicht gegenber allem, was, von der semitisch-christlichen Wurzel herkommend, unser Blut und unseren Verstand infiziert hat.
Ohne Rckkehr zu dieser Tradition gibt es keine Befreiung, keinen wahren Wiederaufbau, ist die Bekehrung zu den wahren Werten des Geistes, der Macht, der Hierarchie und des Imperiums nicht mglich. Das ist die Wahrheit, die keinen Zweifel erlaubt.
Anti-Europa, Anti-Semitismus, Anti-Christianismus - das ist unsere Losung. Der tollste Wahnwitz ist der, der Heidentum und Materialismus und Korruption gleichsetzt und dagegen das, was eine exotische, anti-arische Religion bei unserem Niedergang geschaffen hat, als reinste und ausschlieliche Synthese alles Geistigen ausgibt, als sei ihr gleichsam die ganze Kulturgeschichte vorbestimmt gewesen. Und wie fest und tief sitzt dieser Aberglaube noch in der heutigen "Gelehrten"-Mentalitt!
Nein: den lebendigen und immanenten Geist, den ttigen Geist als auermenschliche Weisheit und Macht, als Ruhm von Knigen und Siegern - ihn kannte nicht die semitische Befleckung, ihn kannte unser Heidentum, unsere Tradition inmitten des groen Vlkergewoges, das ihn vom Norden nach dem Sden, vom Abendland nach dem Morgenland trug: und wer sich heute gegen das europische bel und gegen die europische Religion erhebt, der ist kein Verneiner, sondern ein Bejaher - der einzige, der wei, was Bejahung heit.
So bekennen wir uns also heute zur nordisch-heidnischen Tradition und rufen auf zur Wiederherstellung ihrer Werte in einem heidnischen Imperialismus. Die Person dessen, der spricht, und derer, die sich in der gleichen geistigen Realitt sonst noch zu ihm gesellen - isoliert, standhaft und unverbesserlich aristokratisch in dieser Welt von Hndlern, Gefangenen und Verirrten -, tritt zurck hinter der Realitt, die durch jene an die ungebrochenen und Unbesiegten Europas sich wendet, an diejenigen, die noch Widerstand leisten, an diejenigen, denen das Morgen gehrt.
Begreift man, da es sich nicht um Worte, um Utopien, um romantische Abstraktionen handelt, sondern um die positivste und mchtigste aller Realitten, die darauf wartet, durch Wesen auferweckt zu werden, die entschlossen sind zu allem, durch eine Aktion, der gegenber alles, was fr die meisten das Wort "Reaktion" bedeuten kann, zu nichts wird? Da sich tausend Krfte im Zwielicht drngen und nur auf den warten, der ihnen zur Befreiung verhilft?
Unsere Tradition mit irgendeiner der neuen Pseudo- oder Sondertraditionen zu verwechseln oder mit irgendeiner der neuen abendlndischen Glaubensformen, die unvermeidlich vom semitischen Geist angesteckt sind, wre der absurdeste Irrtum.
Die Urkrfte unserer Rasse stellen uns heute, in dieser entscheidenden Phase fr die Geschichte des Abendlandes, zum letzten Male vor das Dilemma: Treue oder Verrat. Unsere Restauration ist ein leerer Name, wenn sie nicht vor allem "solare" Restauration ist, Restauration der heidnischen Geistigkeit. Es wre ein handgreiflicher Widerspruch, zur Verteidigung der nordischen oder der rmischen Tradition aufrufen zu wollen und sich nicht der Krfte zu erinnern, die mehr als alle anderen zum Verfall dieser Traditionen beigetragen haben; das Ideal des Imperiums zu beschwren und nicht zu gewahren, da das ganze semitisch-christliche Weltbild, seiner Maske entblt, die Verneinung der geistigen Voraussetzung fr das Imperium bedeutet.
Jenseits jedes zuflligen Zwecks, jedes empirischen Interesses, jeder Leidenschaft und jeder persnlichen oder parteilichen Gebundenheit - wer von denen, die auf deutschem und rmischem Boden zur Erhebung bereit sind, ist mutig genug, die Fackel der nordisch- heidnischen Tradition weiterzutragen?
Wir rufen auf, weil wir aufrufen mssen. Wir selbst haben weder zu hoffen, noch zu verzweifeln. Was ist, kann nicht entstellt werden von dem, was nicht ist.
Die Werte, fr die wir uns einsetzten, sind. Da sich Umstnde und Menschen finden, durch die ihnen ermglicht wird, einer bestimmten Periode in der Zuflligkeit der zeitlichen und vergnglichen Dinge auch Form und Inhalt zu geben, ist in Wirklichkeit etwas, das weniger uns als diejenigen angehen mu, deren Wahrheit vor dieser Zuflligkeit haltmacht.

(Erschienen 1933 im ARMANEN-VERLAG, Leipzig; Deutsch von Friedrich Bauer. Die Originalausgabe erschien 1928 bei ATANOR, Todi.)



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